LAG Energie-Sitzung 29.03.2018

Hallo,

hiermit laden wir zur nächsten Sitzung der LAG Energie am 29.03.2018, 18.30 Uhr, in die Burchardstr. 21, 20095 Hamburg, 4. Stock, K1, ein.

Themen: 

  1. Wahl der LAG Energie Sprecher*innen
  2. Wahl der BAG-Delegierten
  3. LNG als Schiffstreibstoff – Sinnvoller Beitrag zur Verringerung von Luftverschmutzung und Klimaerwärmung?

Unsere Gäste:
Malte Siegert, Leiter Ressort Umweltpolitik beim NABU Hamburg
Bernd Voss, Abgeordneter der Grünen im Landtag Schleswig-Holstein

  1. Der elektrische Individualverkehr als Partner der Energiewende

Ralf Dunker, Berater für regionale Energiesysteme, vormals 100 prozent erneuerbar stiftung

Hintergrund zum Thema LNG:

Aus einer INFO des NABU:

LNG kann einen wichtigen Beitrag zur Reduktion von Luftschadstoffen in der Schifffahrt leisten. Schwefeloxide, Stickoxide und Feinstaub werden signifikant reduziert. Auch die Treibhausgasbilanz kann gegenüber Schweröl- und Dieseleinsatz verbessert werden. Dafür muss aber sichergestellt werden, dass es nicht zu unerwünschten TradeOffs kommt, insbesondere durch Umweltschäden im Zusammenhang mit umstrittenen Fördermethoden wie dem Fracking oder dem Entweichen hoch klimawirksamen Methans. Hier besteht weiterer Forschungs- und Entwicklungsbedarf. Fossiles Gas kann im Hinblick auf einen weitestgehend dekarbonisierten Verkehrssektor im Jahr 2050 allenfalls einen Übergangsbrennstoff darstellen – regenerativen Energiequellen muss schnellstmöglich Vorzug gegeben werden. (https://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/verkehr/161125-nabu-position-lng.pdf)

Peter Voss zum geplanten ersten deutschen Terminal in Brunsbüttel zum Tanken von verflüssigtem Erdgas (LNG)

„Wir begrüßen diese wichtige Entscheidung für den Standort Brunsbüttel. Auch für Schleswig-Holstein ist es ein wichtiges Signal. Der Standort eignet sich hervorragend dafür, saubere Treibstoffe in der Schifffahrt voranzubringen. LNG kann sowohl stofflich wie auch energetisch genutzt werden, dies ist für den Industriestandort ein wichtiger Baustein der Zukunftssicherung. LNG ist darüber hinaus eine Grundlage für die Diversifizierung der Energieversorgung in Europa.“ (Deutsche Wirtschaftsnachrichten, https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2017/07/15/schleswig-holstein-stellt-die-weichen-fuer-den-ersten-lng-terminal)

Kritische Diskussion:

  • Wenn der so genannte Methanschlupf im Motor und in der Lieferkette nicht ausreichend minimiert wird, werden möglicherweise die durch Kohlenstoffdioxid-Einsparungen erzielten Klimawirkungen durch Methanemissionen wieder zunichte gemacht (Methan hat eine 23mal so große Klimawirkung wie Kohlendioxid). Ist der Methanschlupf sehr groß, ist Flüssigerdgas sogar etwas klimaschädlicher in Bezug auf Treibhausgase.
  • Damit Schiffe Flüssigerdgas auch tanken können, muss die entsprechende Infrastruktur in vielen Häfen aufgebaut werden. Dies passiert nur langsam und zögerlich.
  • Es gibt noch ungeklärte Fragen der Sicherheit bzw. noch keine EU einheitlichen Regularien für den Umgang mit Flüssigerdgas, insbesondere in Häfen in großer Nähe zu Siedlungsgebieten.
  • Die Reichweite von Schiffen, die ausschließlich mit LNG fahren, ist begrenzt, da die Tanks sehr viel Platz einnehmen und damit Ladekapazitäten verringern.
  • Flüssigerdgas ist ein fossiler Treibstoff, auch er ist endlich. Es besteht die Gefahr, dass jetzt oder später umstrittene Verfahren zur Gasgewinnung, z.B. Fracking, herangezogen werden, um Flüssigerdgas zu produzieren.
  • Es gibt (noch) keine Standardprozeduren für die Bunkerung von LNG.

(https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/verkehr/schifffahrt/16648.html)

Hintergrund zum Thema Elektromobilität:

Von der Ausgestaltung des elektrischen motorisierten Individualverkehrs (EMIV) hängt ab, ob, in welchem Maß und in welcher Geschwindigkeit die bestehende PKW-Flotte dekarbonisiert und entgiftet wird. Die Ausgestaltung des EMIV führt entweder zu zusätzlichem Strombedarf auf Basis des aktuellen Strommixes oder aber zu wirtschaftlichen Anreizen, die volatil einspeisenden Erneuerbaren schneller auszubauen.

Ein technisches Detail macht den Unterschied: Ein normierter, schnell wechselbarer Traktionsakku macht den E-PKW aus Sicht des Nutzers zur überlegenen Alternative zum Verbrenner. Der Wechselakku bietet bestehenden Akteuren wirtschaftliche Anreize zum sukzessiven Aufbau großer Speicherkapazitäten für die Energiewende und vermeidet Kosten für den Aufbau von Infrastruktur. Perspektivisch ist er ein Beitrag zur Reduzierung der PKW-Flotte.

Gerade Metropolen wie Hamburg werden von einer derartigen Umsetzung der E-Mobilität im Rahmen der Verkehrswende profitieren: Eine schnelle Abkehr vom Verbrenner-PKW, die Vermeidung der Bereitstellung von Steuergeldern zum Aufbau öffentlicher Lade-Infrastruktur und eine leistungsfähige Speicher-Infrastruktur für das Hamburger Stromnetz gelangen in Reichweite. Norddeutschland wird Impulsgeber für Verkehrs- und Energiewende gleichermaßen.

Wir freuen uns auf euch!

Liebe Grüße!

Julia und Eckhard

Verwandte Artikel