4. Sommerworkshop der LAG Energie BÜNDNIS 90 / GRÜNE Hamburg


17.07.2019 - 19.07.2019, 16:00 - 20:00
22095 Hamburg, Burchardstr. 21

In der „Sommerpause“ wollen wir uns wieder Zeit nehmen, um uns Informationen von ExpertInnen zu holen und uns zu vernetzen. Der Workshop ist zugleich Teil des Diskussionsprozesses an der Basis über künftige Klimaschutz-Maßnahmen für Hamburg und soll uns weitere Erkenntnisse darüber bringen, wie ein erneuertes Hamburger Klimaschutzgesetz aussehen muss.

Wir haben in diesem Prozess erkannt, dass es noch viel Wissens- und Diskussionsbedarf besteht, bis wir zu einem Konsens kommen, der gesellschaftlich tragen kann. Deshalb ist unser Sommerworkshop so konzipiert, dass Raum ist für Wissenserweiterung und Austausch. Dafür haben wir führende Experten in der Klimaforschung und Klimaschutzgesetzgebung gewinnen können.

Bereits im Vorfeld kam es zu zwei hervorragenden Diskussionen mit den Klimaforschern Prof. Dr. Mojib Latif (Bericht hier) und Prof. Dr. Hans Schäfer (Bericht hier).

Freuen wir uns gemeinsam auf unser Sommerereignis, bei dem es sicherlich zu spannenden und erkenntnisreichen Vorträgen und Diskussionen kommen wird.

Programm Sommerworkshop LAG Energie 17.07.-19.07.2019

Sommerworkshop 2019 der LAG Energie BÜNDNIS 90 / GRÜNE Hamburg

17.07.-19.07.2019, jeweils 16.00 – 20.00 Uhr Burchardstr. 21, 4.Stock, K1/K2, 20095 Hamburg

Vorläufiges Programm:

Mittwoch, 17.07.2019, 16:00 bis 20:00 (offen für alle)

16.00 Uhr Energiespeicherung im Großen wie im Kleinen – Konzepte und aktuelle Entwicklungen

Prof. Dr. Michael Fröba, Universität Hamburg, Fachbereich Chemie, Institut für Anorganische und Angewandte Chemie, Akademie der Wissenschaften Hamburg, Arbeitsgruppe: Energie und Ressourcen, https://www.chemie.uni-hamburg.de/institute/ac/arbeitsgruppen/froeba.html
 

Prof. Fröbas Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit einer Reihe von materialwissenschaftlichen Fragestellungen. Viele Themen haben einen direkten Bezug zur Energiewende. „Moderne Energie‑ und Ressourcenpolitik steht zunehmend im Spannungsfeld zwischen der Gewährleistung sicherer, nachhaltiger und kostenbewusster Bereitstellung sowie den Fragen der Verteilungsgerechtigkeit. Das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer steuernden Energie‑ und Rohstoffpolitik ist gewachsen angesichts tendenziell knapper werdender Ressourcen und Reserven. Ansätze für eine Energie‑ und Rohstoffgovernance wurden bereits in Deutschland und Europa entwickelt. Allgemein akzeptierte Grundsätze sind allerdings bisher noch nicht gefunden.“

 
17.30 Uhr Klimaschutzgesetzgebung der Bundesländer am Beispiel eines Entwurfes für Bayern – Besonderheiten für Hamburg im Vergleich
Christian Maaß. Hamburg Institut, https://www.hamburg-institut.com/

Erzeugung, Versorgung, Effizienz, Mobilität: Die Energiewende mit ihren vielfältigen Handlungsfeldern stellt Unternehmen und Politik vor herausfordernde Aufgaben. Das Hamburg Institut bringt Struktur in die komplexe Thematik. Unser Team bündelt langjähriges Know-how aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Recht und Technologie. Von 2008 bis Ende 2010 war Christian Maaß als Staatsrat in der Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt tätig. Als Jurist liegt sein Focus in der strategischen Beratung öffentlicher Institutionen und Wirtschaftsunternehmen zu energie- und umweltpolitischen Fragen. Er arbeitete am Entwurf des Bayerischen KlimaG mit und ist profunder Kenner der Klimagesetzgebung.
 

19.00 Uhr„Solare Dachnutzung in Hamburg zum Regelfall machen –bislang ist es die Ausnahme“ – Impulsvortrag und Diskussion der empfohlenen Maßnahmen für das Bundesland Hamburg, Erfahrungswerte der Solaroffensive Hamburg
Matthias Ederhof, Dipl.-Phys. und Sprecher der Solaroffensive Hamburg, www.solaroffensive-hamburg.de
Alle Möglichkeiten in urbanen Räumen müssen zukünftig in die Klimaschutzanstrengungen konsequent einbezogen bezogen, zumal Flächen in Städten knapp und begehrt sind. Daher ist es unabhängig vom Primärenergiebedarf eines Gebäudes nicht nachvollziehbar, wenn energetisch wertvolle Dachflächen in Städten ungenutzt bleiben, nur weil für die Neubauinvestoren keine Pflicht zur sinnvollen Dachnutzung besteht. Erste Städte wie Tübingen, Vellmar und Waiblingen haben bereits eine solare Dachnutzungspflicht im Neubau eingeführt, die Länder Niedersachsen und Baden-Württemberg stehen kurz davor, in den Bundesländern Bremen und Berlin haben die RGR-Landesregierungen ehrgeizige SolarCity-Strategien in Ihren Koalitionsvereinbarungen stehen und zum Teil bereits in der Umsetzung (in Berlin). Seit 2 Jahren hat die Solaroffensive Hamburg, ein breites Bündnis aus Verbraucherschutz-, Immobilien-und Wirtschaftsverbänden sowie Energiewende-Akteuren, mit dem freiwilligen Engagement von Neubau-Investoren und den Herausforderungen, die eine Nachrüstung im Bestand mit sich bringen,Erfahrungen gesammelt. Das Fazit: 1. Hamburg braucht eine Solare Dachprüfungspflicht im Neubau in Anlehnung an das Tübinger Modell und 2. eine koordinierte Nachrüstungsoffensive für alle öffentlich genutzten Gebäude analog zum sehr erfolgreichen Berliner Vorgehen.
 
Donnerstag, 18.07.2019, 16:00 bis 20:00 (offen für alle)

16.00 Uhr Klimaschutzgesetzgebung und das Ziel der Klimaneutralität am Beispiel des Climate Change Act in Großbritannien

Felix Schenuit, Centre for Globalisation and Governance, Universität Hamburg

Felix Schenuit studierte Politikwissenschaft in Bielefeld, Lille und Politikmanagement an der NRW School of Governance. Im Anschluss arbeitete er in den Forschungsgruppen „Globale Fragen“ und „EU/Europa“ in der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin. Am CGG an der Universität Hamburg promoviert er zu der Frage, wie klimawissenschaftliche Expertise aus dem IPCC Sonderbericht zum 1.5°C-Ziel konkrete klimapolitische Entscheidungsprozesse in der EU und Deutschland beeinflusst.

In der Diskussion um ein deutsches Klimaschutzgesetz wird meist der „Climate Change Act“ aus Großbritannien als Vorbild herangezogen. Auch der Beschluss der britischen Regierung bis zum Jahr 2050 das sogenannte „net-zero“ Ziel zu erreichen, hat die Aufmerksamkeit erneut auf den „Climate Change Act“ gerichtet. Allerdings sind die Realisierungschancen eines Klimaschutzgesetzes – das die Einhaltung der mittel- bis langfristigen Klimaziele tatsächlich rechtlich „garantiert“ – in Deutschland weiterhin begrenzt. Klimapolitiker*innen und Umweltverbände sollten deshalb ein stärkeres Augenmerk auf die EU-Ebene legen. Denn auf dieser Ebene wurde u.a. die Entscheidung getroffen, die nicht-Einhaltung der Ziele in den Sektoren jenseits des Emissionshandels ab 2021 mit hohen Zahlungen zu sanktionieren.

 
17.00 Uhr
Was müssen Deutschland und Hamburg tun, um das Klimaziel von Paris zu erreichen?
Prof. Dr. Niklas Höhne. New Climate Institute, Köln, https://newclimate.org/
Professor “mitigation of greenhouse gas emissions” at Wageningen University, The Netherlands

„Um unbestreitbar mit der 1,5°C-Grenze kompatibel zu sein und seiner globalen Verantwortung gerecht zu werden, muss Deutschland seinen Treibhausgasausstoß bereits bis zum Jahr 2030 auf null reduzieren.“

 
18.00 Uhr Wohin soll sich Hamburg entwickeln? Smart? Klimaneutral? Klimaangepasst?
Apl.-Prof. Dr. Steffen Bender, Climate Service Center Germany (GERICS), Helmholtz-Zentrum Geesthacht, https://www.climate-service-center.de/

Das Climate Service Center Germany (GERICS) wurde im Jahr 2009 von der Bundesregierung im Rahmen der „Hightech-Strategie zum Klimaschutz“ ins Leben gerufen und am Helmholtz-Zentrum Geesthacht – Zentrum für Material- und Küstenforschung GmbH (HZG) eingerichtet. Seit Juni 2014 ist GERICS eine selbstständige wissenschaftliche Organisationseinheit des HZG. Apl.-Prof. Dr. Steffen Bender leitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter die Abteilung Klimafolgen und Ökonomie am Climate Service Center Germany (GERICS) des Helmholtz-Zentrums Geesthacht. Er befasst sich vor allem mit Auswirkungen des Klimawandels auf den urbanen Raum und zugehöriger „kritischer“ Infrastrukturen, der Analyse von Klimawandelfolgen sowie der Beratung von Städten/Kommunen hinsichtlich der Anpassung an die Folgen des Klimawandels.

19.00 Uhr
„Solare Dachnutzung in Hamburg zum Regelfall machen – bislang ist es die Ausnahme“ Impulsvortrag und Diskussion der empfohlenen Maßnahmen für das Bundesland Hamburg, Erfahrungswerte der Solaroffensive Hamburg
Matthias Ederhof, Dipl.-Phys. und Sprecher der Solaroffensive Hamburg, www.solaroffensive-hamburg.de

Alle Möglichkeiten in urbanen Räumen müssen zukünftig in die Klimaschutzanstrengungen konsequent einbezogen bezogen, zumal Flächen in Städten knapp und begehrt sind. Daher ist es unabhängig vom Primärenergiebedarf eines Gebäudes nicht nachvollziehbar, wenn energetisch wertvolle Dachflächen in Städten ungenutzt bleiben, nur weil für die Neubauinvestoren keine Pflicht zur sinnvollen Dachnutzung besteht. Erste Städte wie Tübingen, Vellmar und Waiblingen haben bereits eine solare Dachnutzungspflicht im Neubau eingeführt, die Länder Niedersachsen und Baden-Württemberg stehen kurz davor, in den Bundesländern Bremen und Berlin haben die RGR-Landesregierungen ehrgeizige SolarCity-Strategien in Ihren Koalitionsvereinbarungen stehen und zum Teil bereits in der Umsetzung (in Berlin). Seit 2 Jahren hat die Solaroffensive Hamburg, ein breites Bündnis aus Verbraucherschutz-, Immobilien- und Wirtschaftsverbänden sowie Energiewende-Akteuren, mit dem freiwilligen Engagement von Neubau-Investoren und den Herausforderungen, die eine Nachrüstung im Bestand mit sich bringen, Erfahrungen gesammelt. Das Fazit: 1. Hamburg braucht eine Solare Dachprüfungspflicht im Neubau in Anlehnung an das Tübinger Modell und 2. eine koordinierte Nachrüstungsoffensive für alle öffentlich genutzten Gebäude analog zum sehr erfolgreichen Berliner Vorgehen.

19.09.2019, 16:00 bis 20:00

16.00 Uhr

 
GRÜNE Basis-Vernetzung für die Energiewende in Hamburg

Impulsreferate zum fachlichen Diskussionsstand der sektorbezogenen Klimaschutzmaßnahmen aus:

Sektor Strom und Übergreifende Maßnahmen: LAG Energie

Sektor Verkehr und Mobilität: LAG Verkehr und Mobilität (angefragt)

Sektor Gebäude: LAG Planen Bauen Wohnen (angefragt)

Sektor Industrie und Wirtschaft: LAG WiFi (angefragt)

Anforderungen an eine Sozial gerechte Energiewende: LAG Soziales (angefragt)

 
18:00 Uhr
Austausch und Diskussion zu Maßnahmen und weiterem Vorgehen

 
20.00 Uhr
Gemeinsamer Ausklang bei Essen und Trinken

 
Landesarbeitsgemeinschaft Energie von BÜNDNIS 90 / Die GRÜNEN Hamburg Burchardstr. 21, 20095 Hamburg. Tel.: +49.40.399252 – 0 Sprecher*innen: Eva Augsten (mail@evaaugsten.de) Andreas Strube (a.strube@kinokulturhamburg.de) Eckhard Heumeyer (eckhard.heumeyer@hamburg.gruene.de)